Vesperkirchen laden ein - Grußwort von Landesbischof Dr. h.c. July und Oberkirchenrat Kaufmann
„Es darf keine Armut unter Euch geben“ (5. Buch Mose, Kapitel 15, Vers 4)
Mit diesem Bibelwort aus dem fünften Buch Mose grüßen wir alle Besucherinnen und Besucher und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Vesperkirchen.
In den Vesperkirchen sind die Tische für alle reichlich gedeckt. Auch Menschen mit wenig Geld können hier ein schönes Essen genießen und Gemeinschaft erfahren, ohne dass sie sich als arm zu erkennen geben müssen. Menschen allen Alters und aus verschiedenen Lebenswelten kommen hier zusammen und miteinander ins Gespräch. Erfreulich ist, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler mit Begeisterung in den Vesperkirchen mitarbeiten.
Es ist gut, dass Kirchengemeinden mit ihren Vesperkirchen solche Orte der Begegnung schaffen. Sie setzen damit ein Signal in ihrer Stadt, Menschen mit wenig Geld in den Blick zu nehmen und sich bewusst zu machen, dass immer mehr Menschen am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilnehmen können, weil ihnen das Geld dazu fehlt.
Vesperkirchen setzen damit auch ein politisches Zeichen im Sinne des Wortes aus dem fünften Buch Mose für die Armen Partei zu ergreifen und für politische Reformen einzutreten – beim Niedriglohn, bei Hartz IV, bei der Rente und nicht zuletzt bei der Besteuerung von Einkommen, Vermögen und Finanztransaktionen.
Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Vesperkirchen, die es möglich machen, dass auch in diesem Winter wieder über 20 Vesperkirchen ihre Türen öffnen können. Wir danken allen Spenderinnen, Spendern und Sponsoren. Und wir danken allen Gästen, die durch ihre Besuche auch dieses Jahr ihre Verbundenheit mit den Vesperkirchen zum Ausdruck bringen.
Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July
Evangelische Landeskirche in Württemberg
Oberkirchenrat Dieter Kaufmann
Diakonisches Werk Württemberg
Grusswort des Oberbürgermeister Werner Spec, Schirmherr der Vesperkirche
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die Vesperkirche wird nach 2010 und 2011 im kommenden Jahr bereits zum dritten Mal ihre Tore öffnen. Die bisherigen Erfahrungen sind für mich überwältigend. Denn viele Menschen haben sich angesprochen gefühlt, jene zu unterstützen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens gelandet sind. Mit der Vesperkirche haben ehrenamtliche Helferinnen und Helfer auch dank großzügiger Spenden eine Anlaufstelle für Menschen in Not etabliert. Dafür danke ich allen herzlich und aufrichtig. Die Schuldenkrise zahlreicher europäischer Länder zeigt die staatlichen Grenzen der sozialen Leistungsfähigkeit auf. Deshalb wird es künftig noch wichtiger sein, mit unserer christlichen Nächstenliebe zwischenmenschliche Solidarität zu beweisen. Für das gesellschaftliche Gleichgewicht ist dieses ehrenamtliche Engagement ungeheuer wertvollund unverzichtbar.
Wir sind auf solche Formen der ehrenamtlichen Unterstützung mehr denn je angewiesen. Die Erfahrungen der Vesperkirche stimmen mich optimistisch, dass wir auf diese Hilfe auch in Zukunft bauen können. Das ist ein stabiles Fundament. Dann ist es immer wieder möglich, unseren Mitmenschen in Not ein würdiges Leben zu ermöglichen.
Ich bin sicher, dass auch bei der dritten Auflage der Vesperkirche Bürgerinnen und Bürger kommen, helfen, ein Zeichen der Nächstenliebe setzen werden. Ich wünsche mir, dass auch Sie dabei sind. Helfen Sie, damit es unseren Mitmenschen bessergeht. Ich freue mich auf Ihre finanzielle Unterstützung und auf Ihr ehrenamtliches Engagement.
Ihr Werner Spec
Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg und Schirmherr der Vesperkirche


