Landesbischof July und Oberkirchenrat Kaufmann laden ein

„Zeichen der Liebe Gottes für Gerechtigkeit, Respekt und Toleranz“

Landesbischof July, Diakoniechef Kaufmann und Schirmherrin Kretschmann zur laufenden Vesperkirchensaison

Stuttgart, 6. Dezember 2018.

Die Vesperkirchensaison 2018/19 nimmt in Baden-Württemberg Fahrt auf. Mehr als 33 Vesperkirchen bieten seit Anfang November und noch bis Ende April „Sattwerden an Leib und Seele“, wie Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July und Diakoniechef Dieter Kaufmann in einem heute veröffentlichten Wort zur Vesperkirche betonen. Sie danken den zahlreichen, größtenteils ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die durch ihr Engagement „vielfältige Begegnungen ermöglichen.“ Die Schirmherrschaft für die württembergischen Vesperkirchen hat Gerlinde Kretschmann übernommen.

„Mit den Vesperkirchen können wir Armut nicht bekämpfen oder alle Ungerechtigkeiten aus der Welt schaffen. Aber wir setzen ein Zeichen. Ein Zeichen der Liebe Gottes. Ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit, Respekt und Toleranz“, schreiben July und Kaufmann in ihrem gemeinsamen Wort. In der Vesperkirche dürfe jede und jeder so sein wie sie oder er ist. „Hier begegnen wir uns auf Augenhöhe. Alle, die kommen, sollen an Leib und Seele satt werden.“ Die Vesperkirchen bieten warme Mahlzeiten, Angebote zur medizinischen Grundversorgung und Raum für Begegnungen und Gespräche. Einige laden, wie etwa in Stuttgart, auch kostenlos zu einem Kulturprogramm ein.

Gerlinde Kretschmann unterstützt seit Jahren die Vesperkirchen, hat einige vor Ort besucht und auch selbst mit angepackt. In ihrem Grußwort schreibt sie: „Jedes Mal, wenn ich eine Vesperkirche besuche, spüre ich Wärme und Herzlichkeit. Die unterschiedlichsten Menschen sitzen zusammen an Tischen, sie essen und reden miteinander.“ Gerade weil Bedürftigkeit viele Gesichter hätte, sei es wichtig, sich für die Arbeit der Vesperkirchen einzusetzen. „Sehr gerne habe ich daher auch in diesem Jahr die Schirmherrschaft für die Vesperkirchen übernommen!“

Kretschmann, July und Kaufmann danken ausdrücklich den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, Spenderinnen und Spendern und zahlenden Besuchenden, die die Vesperkirchen erst möglich machen.

In Baden-Württemberg bieten inzwischen mehr als 33 Vesperkirchen in der kalten Jahreszeit warme Mahlzeiten und Raum für Begegnungen und Gespräche. In fast allen Vesperkirchen gibt es weitere Angebote: medizinische Grundversorgung, diakonische Beratung, Seelsorge, besondere Gottesdienste, der Besuch eines Frisörs oder ein Kulturprogramm. Die erste Vesperkirche in dieser Saison startete bereits am Montag, 5. November, in Ellwangen. Den Abschluss der Vesperkirchensaison macht die Vesperkirche in Leonberg am Mittwoch, 17. April.

Die erste Vesperkirche überhaupt fand 1993 in der Stuttgarter Leonhardskirche statt. Sie wird 2019 zum 25. Mal ihre Tore öffnen. Mittlerweile gibt es neben den Vesperkirchen in Baden-Württemberg auch Vesperkirchen in Bayern, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Vesperkirchen finanzieren sich ausschließlich über Spenden und werden hauptsächlich durch das Engagement von Ehrenamtlichen getragen.

Hier finden Sie das Grußwort im Original

 


Gerlinde Kretschmann - Schirmherrin der Vesperkirchen 2019

Wir freuen uns sehr, dass Frau Kretschmann wieder die Vesperkirchen unterstützt

Grußwort von Gerlinde Kretschmann / Schirmherrin der Vesperkirchen 2019

GRUSSWORT

Jedes Mal, wenn ich eine Vesperkirche besuche, spüre ich Wärme und Herzlichkeit. Die unterschiedlichsten Menschen sitzen zusammen an Tischen, sie essen und reden miteinander.

Mit den Vesperkirchen bieten Kirchengemeinden in Baden-Württemberg seit mehr als 20 Jahren Orte des Beisammenseins, an denen sich jeder willkommen fühlen darf. Sehr gerne habe ich daher auch in diesem Jahr die Schirmherrschaft für die Vesperkirchen übernommen!

Deutschland ist ein Wohlstandsland, es eröffnet uns viele Chancen. Doch oft nehmen wir diesen Wohlstand als selbstverständlich hin und vergessen zu häufig, an die sozial Schwachen in unserer Gesellschaft zu denken. Arme und Bedürftige fühlen sich dann oft ausgeschlossen – gerade im kalten Winter, wenn Einsamkeit besonders schmerzhaft werden kann. Damit auch diese Menschen sich angenommen fühlen, können schon eine warme Mahlzeit, ein beheizter Ort und Gemeinschaft mit anderen einen großen Unterschied machen.

Essen zu einem symbolischen Preis und gute Gespräche sind seit jeher fester Bestandteil jeder Vesperkirche. In vielen Kirchen hierzulande gibt es auch weitere Angebote. Frisörbesuche, ärztliche Untersuchungen und Beratung in persönlichen Krisen gehören ebenso dazu, wie Spielecken für Kinder, Podiumsdiskussionen zu sozialpolitischen Themen, kostenlose Konzerte und Kulturveranstaltungen.

Über die Jahre hat sich das Programm in den Vesperkirchen immer mehr erweitert. Für viele bedürftige Menschen ermöglichen die Vesperkirchen so Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben.

Gerade weil Bedürftigkeit und Armut viele Gesichter haben, ist es wichtig, sich für die Arbeit der Vesperkirchen einzusetzen. Allen Haupt- und Ehrenamtlichen dabei danke ich daher für ihr großes Engagement und ihre gelebte Nächstenliebe.

Ebenso danke ich all den Spenderinnen und Spendern, die mit ihren Gaben die Vesperkirchen erst möglich machen. Alle Bürgerinnen und Bürger lade ich herzlich ein, eine Vesperkirche in ihrer Nähe zu besuchen und Teil dieser wunderbaren Gemeinschaft zu werden!

Gerlinde Kretschmann

Hier finden Sie das Grußwort im Original